6.7
Score

Product
6,0
Market
5,6
Use of Blockchain
5,4
Whitepaper
7,2
Roadmap
6,8
Business Model
6,8
Team
8,8

Final Verdict

Website: OmegaOne
Whitepaper: Whitepaper
Twitter: Twitter
Facebook: Facebook
Blog: Telegram
Datum Sale: Q2/2018

OmegaOne ist eine dezentralisierte Trading-Plattform mit dem Ziel, den Markt mit ausreichend Liquidität zu versorgen und eine gewisse Preisstabilität zu garantieren. Das Projekt zielt hauptsächlich auf Investoren mit hoher Kaufkraft ab. Das Zentrum des Projekts ist OmegaOnes balance sheet, welches mit Hilfe des ICOs aufgefüllt werden soll.

Problem

OmegaOne nennt drei Probleme, welche bei herkömmlichen Trading-Plattformen auftreten:

  1. Das Liquiditätsproblem
    Mangelnde Liquidität sorgt sowohl im Kryptomarkt als auch am Aktienmarkt für erhöhte Kosten. Lässt man die gewohnten Gebühren außen vor, so würde man meinen, dass ein Trade zu einem fixen Preis stattfinden würde. Betrachtet man das Ganze allerdings genauer, bemerkt man, dass neben diesen direkten Tradinggebühren zusätzlich indirekte Gebühren auf Grund mangelnder Liquidität anfallen. Zur Veranschaulichung hier ein Beispiel: Angenommen ein Investor möchte 100.000 Einheiten der Währung X zum Preis von €1,00 kaufen. Es gibt allerdings viele verschiedene Plattformen, auf denen diese Währung gehandelt wird; der Investor muss sich also für eine Plattform entscheiden. Hat er sich entschieden, tätigt er den Trade. Nun muss er allerdings feststellen, dass nur 50.000 Einheiten der Währung für €1,00 zum Verkauf stehen. Weitere 30.000 Einheiten sind am Markt für €1,10 und nochmal 20.000 Einheiten für €1,20. Der Kauf sieht also folgendermaßen aus:
    50.000 x €1.00 = 50.000€
    30.000 x €1.10 = 33.000€
    20.000 x €1.20 = 24.000€
    Anstatt der geplanten €100.000 gibt unser Investor also €107.000 aus. Die Liquiditätsgebühren betragen demnach 7%.
    Solche Kosten würden bei einem Verkauf in ähnlichem Maße anfallen.
  2. Das Sicherheitsproblem
    Die meisten Plattformen handeln zwar mit Währungen, die auf der Blockchain basieren, aber nur die wenigsten Plattformen selbst sind dezentralisiert. Es wird also mit sicheren Währungen auf relativ unsicheren Plattformen gehandelt. In den letzten Monaten wurden zahlreiche Trading-Plattformen gehackt, was den Verlust von über zwei Milliarden US-Dollar zur Folge hatte.
  3. Das Transparenzproblem
    Die Liquiditätskosten sind nicht nur nahezu unmöglich vorherzusagen, sondern werden von vielen Tradern vollkommen außer Acht gelassen. Vor allem Institutionen, welche mit dem Geld ihrer Kunden handeln, werden von solch hohen Transaktionskosten abgeschreckt.

Lösung

Das Liquiditätsproblem will OmegaOne mit einem ausgereiften balance sheet lösen. OmegaOne hat auf vielen Plattformen Geld in Form von BTC, ETH oder anderen Währungen bereitgestellt. Kann eine Order nur teilweise oder sogar gar nicht auf OmegaOnes interner Trading-Plattform gefüllt werden, so wird die nachgefragte Menge auf diversen externen Plattformen gesammelt und zurück zu OmegaOne geschickt. Von dort aus kann der Auftrag des Users schlussendlich zur Gänze erfüllt werden.
OmegaOne unterscheidet hierbei zwischen „Parent Order“, „Net Order“, „Child Order“ und „Street Order“. Als Parent Order wird der primäre Trade verstanden. Ein solcher Auftrag setzt sich aus Tradingpaar, Betrag und Richtung (Kaufen oder Verkaufen) zusammen. Als erster Schritt wird versucht, Parent Orders auf der internen Plattform zu vereinbaren. Ist dies nicht möglich, so wird der Auftrag als Net Order in die „Trading Engine“ geschickt. Von hier aus wird die Net Order in Child Orders aufgeteilt und an die einzelnen Exchanges geschickt. Auf den einzelnen Trading-Plattformen wird eine Child Order wiederum in Street Orders gesplittet. Unter Street Orders versteht man nun den einzelnen Trade auf einer Plattform. Ein solcher Auftrag kann sowohl eine market order als auch eine limit order sein. Die hauseigene „Trading Logic“ optimiert jeden einzelnen Trade, um das profitabelste Ergebnis zu erzielen.
Zur Veranschaulichung hier eine detaillierte Grafik aus dem Whitepaper:

OmegaOne - Order Flow
  1. Vollkommene Sicherheit will OmegaOne dadurch gewährleisten, dass die gesamte Trading-Plattform auf der Blockchain gestaltet wird. Infolgedessen wird jegliche zentrale Instanz aus der Rechnung gestrichen. Hinzu kommt, dass OmegaOne Vermittler zwischen dezentralisierten Währungen und zentralisierten Exchanges ist. Dies hat zur Folge, dass Benutzer ein nahezu risikofreies Handelserlebnis haben. OmegaOne stellt außerdem einen eigenen Wallet-Service zur Verfügung. Der User – und nur der User – verfügt über die einzelnen Private Keys aller Wallets. OmegaOne hat somit zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das Guthaben der Investoren.
  2. Transparenz wird bei OmegaOne großgeschrieben. Im Gegenteil zu anderen Plattformen werden Benutzer vor jedem Trade genauestens über jegliche anfallende Gebühren informiert. Hierzu vergleicht OmegaOne alle Möglichkeiten und liefert den Benutzern die profitabelste. Der Benutzer selbst kann die Empfehlung prüfen und anschließend das Okay geben.

Team

Das Team ist mit Sicherheit der stärkste Punkt des Projekts. Schaut man sich die Teammitglieder und deren Erfahrungen an, fällt schnell auf, dass nahezu alle Erfahrung in der Finanz- und/oder der Blockchain-Welt gesammelt haben.

CEO Alan Keegan hat hochgradige Erfahrung auf dem Finanzmarkt. Bevor er begann, an OmegaOne zu arbeiten, arbeitete er für Bridgewater Associates, dem weltgrößten Hedgefonds. Mit der Blockchain-Technologie befasst sich Alan Keegan allerdings erst seit zwei Jahren.

CTO und Chairman Alex Gordon-Brander hat sowohl bei Bridgewater Associates als auch bei ConsenSys Erfahrungen gesammelt. Des Weiteren ist Alex Gordon-Brander Spezialist, was Trading-Plattformen angeht. Er gehört zu den führenden Trading-Plattform-Designern und hat ein Patent auf der MarketAxess Rentenhandel-Plattform. Bis dato wurden auf dieser Plattform zwei Billionen US-Dollar gehandelt.

Mark David Bakacs und weitere Teammitglieder haben bereits Erfahrung mit Blockchain-Projekten. Seitens OmegaOne wurde behauptet, dass nicht alle Teammitglieder auf der Webseite gelistet sind. Vor allem das technische Team fehlt, da OmegaOne mit einer Reihe von Unternehmen zusammenarbeitet.

Das Beraterteam kann sich ebenfalls sehen lassen. Neben Joseph Lubin, einem bekannten Gesicht in der Kryptowelt, ist auch Jose Marques als Advisor gelistet. Joseph Lubin ist Co-Gründer von Ethereum und Gründer von ConsenSys. Jose Marques ist neben seinem Job als Handelschef bei Bridgewater zusätzlich bei der Deutschen Bank tätig. Neben Joseph Lubin sind zahlreiche weitere ConsenSys-Mitglieder als Berater von OmegaOne tätig.

Token-Sale

Der Token-Sale war für das vierte Quartal 2017 angekündigt. Im Zuge eines AMAs (Ask Me Anything) wurde allerdings bekanntgegeben, dass der Token-Sale erst im zweiten Quartal 2018 stattfinden wird. Grund für diese Aufschiebung sei vor allem die noch nicht ausgereifte Benutzeroberfläche. OmegaOne entschied sich außerdem, dass durch den Token-Sale gewonnene Kapital nicht wie geplant in Entwicklung und Startkosten zu investieren. Stattdessen soll dieses Geld in das balance sheet und in die geplanten Mitgliedschaftsboni fließen. Entwicklungs- und Startkosten sollen ausschließlich mittels Grundkapital gestämmt werden.

Als Entschädigung wurde Frühinvestoren ein 10% Bonus versprochen.

Token

Trotz der Verschiebung des Sales, dürfte sich am Token nicht mehr allzu viel verändern.

Das Omega Token (OMT) dient einer Reihe von Verwendungen:

  1. Mitgliedschaft: Um Zugang zur Plattform zu bekommen, bedarf es einer Mindestmenge an OMT. Ein höheres OMT-Guthaben schaltet Zugriff auf diverse Premiumfunktionen frei.
  2. Gebühren: Trading-Gebühren können mittels OMT bezahlt werden. Sollte sich der User dafür entscheiden, bekommt er einen Rabatt.
  3. Ausführungspriorität: Höheres OMT-Guthaben resultiert in einer schnelleren Handelsausführung.
  4. Vergünstigungen: Ein höheres OMT-Guthaben bringt weitere Vergünstigungen bei Gebühren mit sich.

Anzumerken ist, dass User zu jedem Zeitpunkt Omega-Tokens erwerben können.

Roadmap

  • Die „Trading Engine“ wird in diverse Exchanges integriert.
  • Das Omega-Token ist in Entwicklung.
  • Das Omega-Wallet und multi-chain Integration sind in der Designphase und kommen im Juli in die Entwicklungsphase.
  • Smart contract wird von ConsenSys und Dritten auf Sicherheit geprüft.
  • Release 1.0
  • Smart contract Wallets
  • 2-5 Exchanges
  • BTC, ETH und die beliebtesten ERC20 Tokens
  • Erste Version der Ausführungs-Logic
  • Release 1.1-1.x
  • Weitere Exchanges
  • Weitere Währungen und Tokens
  • Analyseservice
  • Fiat-Währungen
  • Verbesserte Logik
  • Release 2.0
  • End to end trustless liquidity verfügbar
  • Selbstverbessernde/dezentralisierte logic engine
  • Erweiterte Expansion über Liquiditätsquellen und Assets

Fazit

OmegaOne ist ein durchaus seriöses Projekt, welches den Fokus vor allem auf die großen Fische der Finanzwelt legt. Der Durchschnittsinvestor profitiert nur bedingt von der modernen Technologie. Liquidität spielt bei überschaubaren Investments eine relativ geringe Rolle. Außerdem ist ein ICO unserer Meinung nach nicht unbedingt gerechtfertigt. Ein Token ist für ein derartiges Projekt nicht zwingend notwendig. Wie sich der Preis des Omega-Tokens entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

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