6.7
Score

Produkt
7,2
Markt
6,8
Use of Blockchain
7
Whitepaper
7,2
Business Model
4,8
Team
7,4
Token/Token Sale
6,4

Final Verdict

Website: Spectre.ai
Whitepaper: Whitepaper
One Pager: One-Pager
Twitter: SpectreAI
Hauptsitz: British Virgin Islands (BVI)
Maximum Supply: 240 Millionen Token (kombiniert)

Symbol: SPEC-D & SPEC-U
Start: 17.11.2017
Bonus: 11% Bonus innerhalb der ersten Woche
Sale Hardcap: 30 Millionen US-Dollar
Ausgabepreis:
1 ETH = 2000 SPEC-Utility
1 ETH = 2000 SPEC-Dividend
Personal Cap: Keins

„Speculative Tokenized Trading Exchange“, oder auch kurz SPECTRE, ist der erste ICO einer Trading-Plattform auf der Ethereum-Blockchain mit einem dezentralisierten Liquidity-Pool, welcher Trading auch bei geringer Userzahl ermöglicht. Mit diesem Konzept möchte SPECTRE das klassische Forex und Equity-Trading dezentralisieren.

Problem

Täglich werden nach Schätzungen weltweit zwischen drei und fünf Billionen US-Dollar mit Hilfe von Börsen, Brokern und Exchanges gehandelt. Auf einem Markt dieser Größe tummeln sich gewöhnlich nicht nur vertrauenswürdige und seriöse Anbieter. Laut Spectre sind vor allem innerhalb der B-Book Brokerages windige Geschäftspraxen eher die Regel als die Ausnahme. Laut den Angaben des Teams sind Manipulation der Preise und die Verzögerung oder sogar Verweigerung der Auszahlung die gängigsten Methoden um maximalen Profit auf Kosten der Kunden zu generieren.
Dazu gibt es natürlich auch immer wieder Skandale um angesehene Broker und Trading-Plattformen.

Solution

Diese Situation hat man bei Spectre zum Anlass genommen, um eine dezentralisierte Online-Trading Plattform mit Hilfe von Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain zu entwickeln. Wie bei allen Blockchain-Anwendungen soll durch den Wegfall des Brokers/Mittelmannes das Erfüllungsrisiko, oder auch „Counterparty risk“ genannt, deutlich reduziert werden. Diese Idee ist nicht neu und wird seit Beginn der Blockchain-Ära gerne als Paradebeispiel für eine sinnvolle Blockchain-Implementierung angeführt. Größter Vorteil gegenüber zentralisierten Brokern ist hierbei das Wegfallen von Einzahlungen auf einen Broker-Account, womit Spectre zu keinem Zeitpunkt über das Guthaben ihrer Kunden verfügt. Alle Transaktionen laufen über Ethereum-Smart Contracts und sind somit für das Spectre-Team unerreichbar.
So einleuchtend die Verbindung von Blockchain und Trading auch ist, in der Praxis stellt sich vor allem das Erreichen einer kritischen Masse und das damit verbundene zusammenführen von Trades („Trade-Matching“) als größtes Problem dar.  Spectre löst dieses mit Hilfe eines Liquidity-Pools der sich zu Beginn aus den Einnahmen des ICOs speist. Er ist auf der technischen Ebene als DAO konstruiert und kann zusammenfassend als dezentralisierter Trading-Gegenpart in Phasen von geringem Tradingaufkommen beschrieben werden.
Neben den bereits angeführten Vorteilen möchte Spectre durch Ausschütten von Dividenden für Trader und Investoren ein Investment schmackhaft machen.

Team

CEO Kay Kehmani studierte an der renommierten London School of Economics. Danach arbeitete er bei J.P. Morgan und Goldman Sachs bis es ihn 2012 zur Holding von Spectre, Neuchatel Ltd., verschlug, wo er nun das Team um Spectre anführt. Auf jeden weiteren des Teams detailliert einzugehen würde hier vermutlich zu einer Liste der weltweit angesehensten Universitäten und größten Konzerne der Welt führen. CryptoGo möchte an dieser Stelle allerdings explizit auf die Veröffentlichung der GitHub-Profile der Blockchain-Architekten und Entwickler hinweisen. Diese Profile belegen die Erfahrung im Umgang mit der Ethereum Blockchain.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Kernteam von Spectre einiges an Expertise aus den Bereichen Finanzmarkt und Technologie versammelt ist.
Ein ähnliches Bild zeigt sich im Beraterportfolio. Mit McKinsey, PwC und J.P. Morgan findet sich auch hier wieder einschlägige Branchenkenntnis. Wichtiger als diese Erfahrung in regulären Märkten ist für das CryptoGo-Team allerdings die Blockchain-Expertise.
Dort hat Spectre mit Isaac Lee und Scott Driscoll zwei Experten an Board. Auch wenn den meisten diese Namen nichts sagen dürften, so werden viele vermutlich unwissentlich über Driscoll gestolpert sein. Sein YouTube-Channel „CuriousInvestor“ hat zum Zeitpunkt dieses Reviews etwa 43.500 Abonnenten. Sein 2013 veröffentlichtes Video „How Bitcoin Works Under the Hood“ wurde bereits mehr als 1,8 Millionen Mal geschaut und gilt bei vielen als DAS Video für Neulinge in der Blockchain-Welt.

Token

Im hauseigenen Token-Ökosystem wird es zwei verschiedene Token geben: SPEC-U und SPEC-D. Wobei „U“ für „Utility“ und „D“ für „Dividend“ steht. Wie man den Namen entnehmen kann, wird die Dividendenzahlung ausschließlich an den SPEC-D-Token erfolgen. U-Tokenbesitzer erhalten keine Dividende, können diesen Token aber auf der Plattform gegen (Service-) Leistungen eintauschen. Spectre plant auch, mit Hilfe eines BuyBack-Prozesses einige der Utility-Tokens wieder aufzukaufen. Die Dividenden-Token sind von dieser Maßnahme ausgenommen.
Weitere Unterschiede der Token können der untenstehenden Übersicht entnommen werden.

  • Keine Teilname an der Dividendenausschüttung
  • Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Spectre-Plattform:
    • 1-5%ige Steigerung der Auszahlung
    • Keine Limitierung der Anlagemöglichkeiten
    • Keine Limitierung der Indikatoren
    • Exotische Trades möglich, wie z.B. „Knoch-in-knock-outs“
    • Zugang zur „Spectre Financial Education Academy“ (SpecED)
    • Mögliche Teilnahme am Token-BuyBack-Programm
  • Teilnahme an der Ausschüttung von Dividenden
  • Überschreitet der Liquidity-Pool zum Jahresende eine gewissen Größe, wird Tokenhaltern zusätzlich eine Dividende ausgezahlt

Trading-Prozess & Revenue-Model

Wie bereits erwähnt, basiert Spectre auf Ethereum und somit auf den dezentralen Prinzipien der Blockchain-Technolgie. Wie man der Grafik entnehmen kann, besteht das Spectre-Ökosystem aus

  1. Liquidity Pool: Bei Erreichen des ICO Hardcaps mit 6 Millionen US Dollar gefüllt.
  2. Trade Portal: Schnittstelle von Smart Contracts und Tradern.
  3. Trader/Wallet: Konto des Traders, unter vollständiger Kontrolle des Nutzers
  4. Token Holder: Dividenden-Token-Holder
  5. Management: Erhebt eine Gebühr auf jeden Trade (dazu später mehr)
Spectre.ai Platform

Wie diese Komponenten in Verbindung stehen, kann anhand des Ablaufs eines Trading-Prozesses anschaulicher dargestellt werden:

  1. Trader eröffnet einen Account bei Spectre.
  2. Der Trader hat nun die Wahl, ob er sein eigenes Wallet benutzen möchte oder auf den dezentralisierten Spectre-Escrow-Service, ein Ethereum-Smart Contract, einzahlen möchte
  3. Wird eine zeitlich begrenzte Position (beispielsweise eine Long-Position) eröffnet, so werden, um Betrug und Manipulation zu vermeiden, für die Ermittlung des Preises mehrere Kanäle verwendet, beispielsweise Oanda.
  4. Ist nun der zu Beginn festgesetzte Zeitpunkt für das Ende des Trades erreicht, so wird die Position geschlossen.
  5. Im Falle eines negativen Ausgangs des Trades wird das Konto des Traders belastet und 96% der Position fließen in den Liqudity-Pool. 2% gehen an Spectre als Gebühr. Weitere 2% werden an die Halter der Dividenden-Token ausgeschüttet.
  6. Im positiven Fall werden, abhängig von diversen Faktoren, bis zu 93% des Gewinnes an den Trader ausgeschüttet. Auch im Erfolgsfall erhebt Spectre 2% Gebühr und 2% wandern zurück an die Dividenden-Token-Holder. Abhängig ist diese Ausschüttungsquote von der Gegenseite des Trades. Matcht der Liquidity-Pool den Trade, dann werden maximal 75% des Gewinns ausgeschüttet. Wurde der Trade erfolgreich als P2P-Trade zwischen zwei Tradern gematcht, so ist die Ausschüttungsrate, abhängig von der Art des Trades, bis zu 93%.

Es werden also auf jeden Trade mindestens 4% Gebühren erhoben. Hält der Trader Dividenden-Token reduziert sich diese Gebühr. Im Vergleich zu gängigen Preismodellen ist die erhobene Gebühr deutlich am oberen Ende der Skala anzusetzen und für das Team von CryptoGo ein sehr großer Minuspunkt. Auch eine Anpassung der Gebührenstruktur an das Handelsvolumen sucht man vergebens und könnte unserer Meinung nach Anreize für ein größeres Tradingvolumen schaffen. Auffallend ist auch, dass im Spectre-Whitepaper häufig vergleichende Beispiele aufgeführt werden – bei der Einordnung der Gebühren in den Gesamtmarkt fehlen diese Vergleiche allerdings. Bei der Fülle an weiteren Tabellen und Informationen auf der Spectre-Homepage wäre eine Tabelle mit Beispielrechnungen zu verschiedenen Trades und den dazu anfallenden Gebühren sicher nicht zu viel verlangt gewesen.

Disclaimer: In Rücksprache mit dem Team von Spectre.ai wartet CryptoGo auf eine detaillierte Auflistung der Gebührenstruktur um eine genauere Einschätzung abgegeben zu können. Aufgrund der zeitlichen Nähe des ICOs haben wir uns bereits entschlossen, das Review mit den Informationen aus dem Whitepaper online zu stellen.

Status Quo

Spectre Development Limited ist eine Tochtergesellschaft von Neuchatel Ltd., welche bereits 2011 mit dem Ziel gegründet wurde, neue Technologien und Software im Finanzmarkt zu etablieren. Das Spectre-Führungsteam formte sich bereits Ende 2016 und rekrutierte sich hauptsächlich aus dem Personal der Holding.

Die Spectre-Plattform kann im Alpha Modus bereits getestet werden. Auch der beim Crowdsale eingesetzte Smart Contract ist bereits auf GitHub veröffentlicht worden. Leider gibt es öffentlich keine Information darüber, wer bzw. welche Organisation den Sicherheitscheck der Contracts übernommen hat. Diese Information steht nur nach Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung zur Verfügung.

Revenue Modell

Der bereits angesprochenende Liquidity-Pool soll in Zukunft auch von anderen dApps benutzt werden können. Eine Nutzung des Pools durch andere Anbieter würde das gesamte Tradingvolumen erhöhen und somit den Dividenden-Tokenholdern weitere Einkünfte bescheren.
Bei vielen ICOs sucht man häufig vergeblich nach belastbaren Zahlen um eine brauchbare Vorhersage über verschiedene Ertragsszenarien zu erstellen. Wie Spectre gedenkt, in den nächsten Jahren Gewinne einzufahren und was für Dividendentoken-Besitzer dabei rausspringen soll, kann man auf der Homepage einsehen. Dort hat Spectre ihre Forecasts in „Balanced“, „Bearish“ und „Bullish“-Szenarien veröffentlicht.

Roadmap

  • ICO Smart Contract Entwicklung
  • SPECTRE Dapp Smart Contract Entwicklung
  • Public Alpha
  • ICO Smart Contract Sicherheitsaudits
  • Token Pre-Sale
  • Token Public-Sale
  • Public Beta mit Testnet Integration
  • DApp Smart Contracts,
    DApp Server Sicherheitsaudits
  • Mainnet Integration
  • Product Launch
  • Marketing & Akquisitionen
  • Markenanmeldung
  • Neue Vermögens- und Handelstypen
  • EU MIFID Compliant Regulatory License (FCA, CySEC, BAFIN oder andere)
  • Forex Trading
  • Automatisierter Auftragsabgleich
  • DApp Store

ICO Struktur

  • Tokensale
  • Bounties
  • Management
  • Option Pool, M&A Reserve
  • Legal & Advisory

Die Gelder für Management, Pool und M&A unterliegen Sperrfristen von 6 (für 60% des Geldes) bzw. 12 Monaten.
Die Sperrfristen sind für unseren Geschmack ein wenig zu kurz, liegen sie bei vielen ICOs eher im Bereich von 18-24 Monaten für die Anteile von Management oder frühen Investoren.
Durch die 2%ige Gebühr auf Trades partizipiert Spectre weiterhin finanziell am Erfolg der Plattform.  Aus diesem Grund erachtet das Team von CryptoGo den erhofften Hardcap von 30 Millionen US-Dollar als zu hoch. Kosten für die weitere Entwicklung der Plattform sollten im Erfolgsfall problemlos durch die erhobene Gebühr finanziert werden können.

Für die weitere Verwendung der Gelder hat Spectre bereits weitere detaillierte Informationen auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Teilnehmer des ICOs erhalten zunächst die so genannten „Stem Tokens“. Diese sind bis zum Abschluss des ICOs am 10. Dezember nicht transferierbar. Nach dem Ende des ICOs haben die Tokenbesitzer 28 Tage, um ihre Stem Tokens entweder in Dividend- oder Utility-Token zu tauschen. Dieses Konzept ist ein Novum in der ICO-Welt und kann daher auch nicht anhand von Erfahrungswerten bewertet werden. Brancheninsidern zufolge werden Modelle dieser Art in Zukunft allerdings häufiger anzutreffen sein.

Fazit

Seit Entwicklung der ersten Blockchain gilt der Finanzmarkt als einer der Paradeanwendungen. Viele Anwendungen straucheln allerdings am Erreichen der kritischen Masse. Spectre versucht, diese Hürde mit Hilfe des Liquidity-Pools zu lösen und somit auch Zeiten mit geringem Tradingvolumen überbrücken zu können. Allerdings könnten die (sehr) hohen Gebühren der innovativen Idee einen Strich durch die Rechnung machen, ist doch die Gebührenstruktur ein zentraler Bestandteil dieses Konzeptes.
Ein weiterer größerer Kritikpunkt ist der erhoffte Hardcap von 30 Millionen US-Dollar. Durch die finanzielle Partizipation durch anfallende Gebühren sollten die Kosten zur Weiterentwicklung unserer Meinung nach gedeckt werden können.

 

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