Wie wäre es, wenn jeder mit wenigen Klicks nicht nur den Kontostand, sondern auch die  vollständige Bank-Historie einsehen könnte?

Wieviel verdient mein Nachbar? Hat er wieder 100€ in der Kneipe versoffen? 300€ nach Flensburg überwiesen? Da ist wohl jemand wieder zu schnell gefahren..

Da wir alle mal jung waren fallen sicher jedem Leser auf Anhieb einige Abbuchungen ein, die er oder sie gerne ungeschehen machen, oder zumindest in den Mantel des Schweigens hüllen würde.

Für viele Unternehmen – und auch den Staat – verursacht das Szenario des gläsernen Bürgers sicher feuchte Träume. Für den Bürger und Verbraucher eher Albträume.

Auf der Blockchain ist dieses Szenario bereits Realität. Dort ist jede Transaktion für jeden öffentlich einsehbar. Jede Transaktion. Für jeden.
“Aber Bitcoin ist doch anonym?” Nein. Mit Ausnahme von Privacy-Coins gewährt jeder Coin lediglich Pseudonymität. Diese ist nicht ohne weiteres mit Anonymität gleichzusetzen. Hinter jeder kryptischen Adresse versteckt sich eine reale Person oder ein Unternehmen. Wer diese Verbindung zwischen Adresse und Person herstellt, für den ist der Besitzer der Adresse und seine vergangenen Aktivitäten gläsern. Ein Unternehmen welches Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert, kann somit sehr einfach die Verbindung zwischen Krypto-Adresse und realer Person herstellen, denn irgendwo muss die mit Kryptowährungen bezahlte Pizza ja auch hingeliefert werden.

Zentralisierte Krypto-Börsen als Retter in der Not

Auch wenn jeder sicher schon häufiger “Du hast deine Coins auf der Börse? Bist du denn blöd? Du musst die Coins in einem Offline- oder Hardware-Wallet lagern!” oder ähnliches gehört hat, die viel gescholtenen zentralisierten Krypto-Börsen wie Bitstamp oder Kraken können für die Privatsphäre Wunder bewirken. Dafür muss man verstehen, wie diese Börsen arbeiten:

Für jede Einzahlung erhält jeder User eine Dummy-Deposit-Address (DDA). Werden auf diese DDA Coins oder Tokens überwiesen, so wird die Summe als zusätzliches Guthaben verbucht. Die eingezahlten Coins bleiben allerdings nicht auf der DDA! Sie werden nach der Verbuchung der Zahlung automatisiert auf das “hot wallet” der Börse überwiesen. Bildlich gesprochen wird also jede Einzahlung von jedem User im Krypto-Tresor der Börse aufbewahrt. Sie werden vermischt und sind damit nicht mehr einem einzelnen User zuzuordnen.

Weiterleitung nur 7 Minuten nach Einzahlung

Bei einer Auszahlung werden nun Coins aus diesem Tresor überwiesen. Verfolgt der Empfänger die Überweisung zurück, so sieht er lediglich den Tresor der Börse mit tausenden von Einzahlungen und nicht das eigentliche Konto, von dem die Coins auf die Börse eingezahlt wurde. Es wird also bei einem Kauf keine Verbindung zwischen der realen Person und der eigenen Krypto-Adresse hergestellt.

"hot wallet" von Bittrex.com mit einem Kontostand von mehr als 1,3 Milliarden Dollar

Fazit

Natürlich stellen zentralisierte Börsen selbst durch ihre KYC/AML-Verifizierungsprozesse eine Verbindung zwischen realer Person und Krypto-Adresse her. Dennoch sind sie aktuell für Endanwender die einfachste Möglichkeit, um diese Verbindung im täglichen Zahlungsverkehr zu unterbrechen. Zudem bestehen einige Börsen nur ab einem höheren Transaktionsvolumen auf die Verifizierung des Kunden. Bewegt man lediglich kleinere Summen bleibt der User vom Verifizierungsprozess ausgenommen.

Aus Sicherheitsgründen sollten auch niemals größere Summen an Coins über einen längeren Zeitraum auf einer Börse gelagert werden. Für diesen Fall empfehlen wir die Nutzung von Offline- oder Hardware Wallets, wie Nano Ledger oder Trezor.

Werde Teil der CryptoGo Community und trete unserem exlusiven Telegram Channel bei!

Solltest du weitere Fragen haben, Fehler innerhalb des Reviews gefunden haben oder einfach mit dem CryptoGo-Team über die neusten Entwicklungen der Kryptowelt diskutieren wollen, dann werde Teil der CryptoGo Community und werde Mitglied in unserem Telegram-Channel.

Über Feedback freue ich mich jederzeit: simon[at]cryptogo.de

Disclaimer:

CryptoGo hat den Anspruch, über neue ICOs transparent und unabhängig zu berichten und zu bewerten. Dabei werden die Reports nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Allerdings stellen die auf dieser Seite wiedergegebenen Reports und Bewertungen lediglich unsere Meinung dar und sollen auf keinen Fall Investitionsempfehlungen aussprechen. Jeder Investor sollte sich ausgiebig mit den vorgestellten ICOs beschäftigen und diese nach eigenen Maßstäben analysieren und bewerten.