4.6
Score

Pros

  • Funktionsfähige App
  • Erfahrenes Team
  • Nutzerfreundliches Produkt
  • Erfahrene Advisor

Cons

  • Keine Vestingperiode für Team und Advisor
  • Eigener Token nicht wirklich notwendig
  • Exchangelisting sehr unwahrscheinlich
  • Blockchaineinsatz bedingt sinnvoll
  • Potentielle Tokeninflation
  • Hart umkämpfter Markt
  • Händlerplattform erst ab 2019 verfügbar
  • Bisher erst 3k ETH eingesammelt (12k ETH Ziel)
Produkt
6
Use of Blockchain
2.0
Business Model
5,0
Team/Advisors
6,4
Whitepaper
4,8
Roadmap
5.6
Token Sale
4

Final Verdict

Whitepaper
Website
Medium
Bitcointalk
Telegram

Symbol: WYS
Hardcap: 12.000 ETH
Max Token Supply: 217.476.000
Tokensale: 31.1.18-28.2.18

Kurzzusammenfassung: Im Gegensatz zu vielen anderen Blockchain Startups verfügt Wysker über eine einwandfrei funktionierende App.
Der Einsatz der Blockchaintechnologie und der intrinsische Wert des WYS Tokens sind jedoch fragwürdig.
Zusätzlich erhalten die Terms and Conditions einige zweifelhafte Aussagen.

Das Berliner Startup wysker will mit seiner gleichnamigen App das Online-Shopping revolutionieren. Durch die App soll ein radikal neues Shopping-Erlebnis für den User erzeugt werden.

Auf Knopfdruck werden dem Kunden in atemberaubender Geschwindigkeit bis zu 30 Produkte pro Sekunde vorgeführt. Der Clou dabei: Der Kunde wird für seine aufgebrachte Zeit mit wys-Token entlohnt und behält zusätzlich die Kontrolle über seine Daten, die dezentral auf der Blockchain gespeichert werden.

Die FAZ spricht gar „von einer radikaleren Idee als es Facebook und Google je waren.“

CryptoGo hat sich das aufstrebende Startup und den anstehenden ICO näher angeschaut.

 

Wysker ICO Review

 

Problem

  • Nutzer haben keine Kontrolle über ihre Daten und profitieren nicht von deren Verwendung durch große Unternehmen
  • Die Werbetreibenden erreichen im Internet kaum noch ihre Zielgruppen und haben mit geringen Konversionsraten zu kämpfen.

Lösung

  • wysker möchte den Nutzern die Macht über ihre Daten wieder zurückgeben
  • Der Nutzer kann nach eigenem Ermessen seine Daten mit Werbetreibenden teilen und wird dafür mit wys-Token entlohnt
  • Unternehmen können mit ihren Anzeigen und Produkten zielgenau potentielle Käufer erreichen

Um es mit den Worten von wysker-CEO Tobias Haag zu sagen: „Was Tinder mit Dating gemacht hat, machen wir mit Shopping.“

 

 

Firmenhintergrund

Die wysker UG wurde bereits 2016 gegründet. Hierbei sticht die gewählte Gesellschaftsform ins Auge. Eine UG (Unternehmergesellschaft) erfordert als Starteinlage lediglich 1€ und wird daher oft als die 1€ GmbH bezeichnet.

Die wysker UG ist immerhin mit 6000€ Kapital gestartet und plant nach eigenen Angaben in naher Zukunft die Gründung einer GmbH.

Dennoch müssen wir an dieser Stelle einen tieferen Blick in die Firmenentwicklung werfen.

Als CEO Tobias Haag die Idee für wysker vor zwei Jahren entwickelte, gab es keine Ambitionen, das Projekt blockchain-basiert zu verwirklichen oder einen eigenen Token zu entwerfen.

Warum wysker dennoch eine Blockchain basierte Lösung anstrebt, beschreibt CTO Kai Jäger in einem Medium Artikel.

Viel entscheidender dürfte aber gewesen sein, dass es auf traditionellem Wege unmöglich gewesen wäre, auch nur annähernd 10 Millionen Euro einzusammeln.

In der bisherigen Firmengeschichte kam es laut Crunchbase zu einer Finanzierungsrunde, die im Mai 2017 20.000€ einbrachte.

Eine weitere Finanzierungsrunde wäre also in absehbarer Zeit von Nöten gewesen. Im Zuge des ICO Booms 2017 reifte bei wysker die Idee, mit Hilfe eines ICO große Summen einzusammeln, ohne dafür Anteile am Unternehmen abgeben zu müssen.

Natürlich ist wysker bei weitem nicht das einzige Startup, das auf diesem Weg versucht, leichter an Kapital zu kommen. Und solange der Markt bereit ist, für reine Utilitytokens Kapital bereitzustellen, werden noch viele weitere Unternehmen diesen neuen Weg des Fundraisings einschlagen.

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Produkt

Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Blockchain-Startups besitzt wysker bereits ein funktionsfähiges Produkt. Mit dem Start des öffentlichen ICO am 31. Januar soll die App für Android und iOS verfügbar und sofort für Endkunden nutzbar sein. (Update: Die App war nach Problemen mit Apple erst ab 5.2 verfügbar, funktioniert dafür einwandfrei)

Allerdings bedient wysker einen zweiseitigen Markt (Verbraucher und Händler) und muss den Spagat vollziehen, beide Zielgruppen zeitnah an sich zu binden, um Netzwerkeffekte erzeugen zu können.

Denn nur wenn Händler und Verbraucher gleichermaßen die wysker-Plattform verwenden, kann es für beiden Seiten lohnenswert sein.

Dennoch ist es erfrischend, zur Abwechslung nicht nur eine vage Idee in einem Whitepaper präsentiert zu bekommen, sondern ein fertiges Produkt zu testen. Wer sich selbst ein Bild von der App machen möchte, kann diese kostenfrei im Google Playstore oder im Apple Appstore herunterladen.

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die beiden Hauptkomponenten der wysker-App:

  1. Der organische Kanal
  2. Der bezahlte Kanal

Der organische Kanal ist bereits ab 31 Januar verfügbar, während der bezahlte Kanal laut Roadmap erst im Januar 2019 bereit sein wird.

Über den organischen Kanal werden den Verbrauchern Produkte von einer unvoreingenommenen Auswahl angezeigt. Das wysker-System lernt hierbei aus den Vorlieben seiner Benutzer und zeigt zukünftig nur noch Produkte an, die für den Kunden interessant sein könnten. Das Matchmaking wird dabei nach eigenen Angaben ständig erweitert und angepasst.

Während der Nutzung des organischen Kanals wird der User direkt von wysker mit wys-Tokens belohnt. Leider ist nicht bekannt, nach welcher Matrix die Nutzer mit Tokens belohnt werden.

Über den noch nicht funktionsfähigen bezahlten Kanal (Start Q1 2019) können Werbetreibende ihre gewünschte Zielgruppe erreichen. Nachdem ein Budget für die Kampagne festgelegt wurde, werden die Tokens aus dem Wallet des Werbetreibenden zu einem smart contract auf der Ethereum-Blockchain transferiert.

Der User gewährt daraufhin temporären Zugriff auf seine Daten und erhält nach dem Ansehen der Produktempfehlungen die wys-Token auf sein Kundenkonto.

Allerdings müssen Werbetreibende (Stand heute) die Tokens über externe Wechselbörsen kaufen und verkaufen, was einen erheblichen Mehraufwand bedeutet.

Roadmap

01/18 Launch der App auf Android/iOS

01/18 Offizieller wys-Token-Sale

04/18 Handel auf Exchanges

06/18 Onboarding von Händlern

01/19 Start der Werbeplattform

Team

Die Gründer weisen einen langen Trackrecord gemeinsamer Zusammenarbeit auf und haben um sich herum ein Team von 14 Mitarbeitern versammelt.

Auch wenn es dem Team an Blockchainerfahrung mangelt (ursprünglich war, wie erwähnt, keine Blockchainimplementierung geplant), verfügen die Gründer über beachtenswerte Lebensläufe.

Das Frontend der App wurde von der externen Agentur inspace.io entwickelt.

CEO Tobias Haag

Tobias Haag arbeitete von 2009-2011 bei Google als Marketingmanager und wurde dort als Verkäufer des Jahres ausgezeichnet. Nach seiner Zeit bei Google gründete er mehrere Startups, u.a. FORVM, dass über 600.000$ an Investitionen erhielt. Allerdings scheinen alle seine Firmengründungen (FORVM, Tipchat und 1k Ventures) im Sand verlaufen zu sein.

Linkedin Profil

CTO Kai Jäger

Das Herz eines jedes Technologie-Startups ist der CTO. Kai Jäger verfügt über einen Lebenslauf, wie man ihn sich von der Idealbesetzung wünscht. Vor wysker arbeitete er u.a. viele Jahre für Microsoft und die Deutsche Bank und dürfte über genügend Erfahrung verfügen, um das wysker Developer Team erfolgreich zu leiten.

Linkedin Profil

COO Dr. Ann-Laurine Haag

Dr. Ann-Laurine Haag ist die Schwester von Tobias Haag und absolvierte ihren PHD in Physik an der kanadischen McGill Universität. Gemeinsam mit ihrem Bruder gründete sie bereits die „1k Ventures GmbH“.

Linkedin Profil

CMO Etienne Kiefer

Etienne Kiefer verfügt über jahrelange Berufserfahrung im Marketingbereich und arbeitete zuletzt in führender Position für die Hamburger Werbeagentur Grabarz und Partner, die zahlreiche internationale Unternehmen als Kunden zählt.

Linkedin Profil

Der wys-Token 

Der wys-Token ist ein ERC-20 Token und das Herzstück der Plattform. Unternehmen benötigen den Token zur Schaltung von Anzeigen und Verbraucher erhalten ihn für die Nutzung der App.

Warum wysker aber wirklich eine eigene Währung benötigt, bleibt mit einigen Fragezeichen behaftet. Alle Funktionen des Tokens wären auch mit jeglicher anderer Fiat- oder Kryptowährung umsetzbar.

Jedoch wäre es wysker dann nicht möglich, 12.000 ETH durch einen ICO einzusammeln und dabei seinen Investoren keine Rechte zu gewähren, wie es sogar in der FAQ-Sektion beschrieben wird:

Wie bereits erwähnt, trifft dies auf einen Großteil von ERC-20 Tokens zu. Dennoch soll an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen werden, dass der Tokenbesitzer über keine Rechte verfügt, sondern lediglich einen Anteil an einem Netzwerk erwirbt.

Im Hinblick auf den wys-Token müssen sich Investoren des Weiteren mit Token Velocity beschäftigen.

Für keinen Teilnehmer im wysker-Ökosystem besteht ein Anreiz, denwys-Token langfristig zu halten. Sowohl Händler als auch Verbraucher werden den Token meist direkt nach Erhalt in eine andere Währung umtauschen.

Selbst bei einer starken Nutzung der Plattform wäre die Token Velocity sehr hoch – der Wertanstieg des Tokens würde aber vermutlich nicht den Erfolg des Unternehmens widerspiegeln.

Im wysker Whitepaper wird an dieser Stelle argumentiert, dass bei steigender Nutzung der Plattform der Wert der Userdaten steigt und damit auch der Wert des Tokens, der an selbige gebunden ist.

Token-Sale

Was bisher geschah:

  • Presale: 17. November 2017 bis 31. Januar 2018
  • Presale Bonus: 30%
  • Kurs: 1 ETH = 18.123 WYS
  • Presale Einnahmen: 2.800 ETH

 

Was ist geplant:

  • Token-Sale Period: 31. Januar 2018 um 14:00 UTC bis 28. Februar 2018 um 14:00 UTC
  • Token-Sale Bonus: Woche 1: 15% / Woche 2: 10% / Woche 3: 5% / Woche 4: 0%
  • Total Token-Supply: 3.000.000.000 WYS
  • Tokens for Sale: 1.748.718.961 WYS
  • 1 ETH = 13.941 wys + 15% BONUS = 16.032 wys
  • Hard cap: 12.000 ETH

Token Distribution

  • WYS- Token ICO
  • Community Building
  • Wysker Team
  • Strategic Partners

Budget Allocation

  • Plattform Dev
  • AdPlattform
  • Marketing
  • Partnerships
  • Contractors
  • Administration
  • 1.748.718.961 wys (60%) sollen während des ICO für 12.000 ETH verkauft werden. Nimmt man einen Kurs von 900€ je ETH entspräche dies etwa 10,8 Millionen Euro (Update: Seit Erstellung dieses Artikels unterliegt der ETH Preis starken Schwankungen, somit ist keine klare Aussage über das Fiat Hardcap möglich)
  • Nicht verkaufte Tokens werden vernichtet und gelangen nicht mehr in Umlauf
  • Bemerkenswerterweise erhält das Team 25% der Tokens ohne jegliche Vestingperiode

 

 

Letzteres ist in den Augen von CryptoGo eine großes NO GO. Theoretisch können die Gründer direkt nach dem Ende des ICOs ihre Tokens verkaufen und wären in keinster Weise vom weiteren Erfolg des Unternehmens abhängig.

Zum Vergleich: die Gründer von TenX (u.a. Julian Hosp) haben eine Vestingperiode von 4 Jahren.

Richtig interessant wird es aber unter Punkt 14 in den Terms and Conditions, bei dem das Team diesen Fakt auch offen zugibt.

Kurzum heißt es dort, dass die Firma sich alle Rechte vorbehält, über die Einnahmen des ICO frei zu verfügen und sie nicht zwingend für die Weiterentwicklung von wysker einsetzen muss.

Einem schönen Firmensitz in der Karibik stünde damit nichts im Wege.

Zum Finale kündigt die Firma auch noch an, so viele Tokens kreieren und verkaufen zu können, wie sie wollen (Hallo Inflation). Mario Draghi und Janet Yellen können diese Entscheidung vermutlich voll und ganz nachvollziehen, Satoshi Nakamoto wohl weniger.

Fazit

Einerseits kann eine App wie wysker viel zur Mainstream-Adaption von Kryptowährungen beitragen und seine Kunden spielerisch an das Thema Blockchain heranführen, andererseits sollen durch die App User zu noch mehr Konsum und Verbrauch angetrieben werden. Der Sinn und die Nachhaltigkeit dieser Mission liegen im Auge des Betrachters.

Der Shopping- und Datenmarkt ist bereits heute stark umkämpft. Zusätzlich wollen mehr und mehr Unternehmen dezentrale Lösungen anbieten. Erst kürzlich absolvierte das Unternehmen „Bitclave“ seinen ICO. Wie Wysker möchte Bitclave die Macht der Daten zurück in die Hand der User geben.

Positiv hervorzuheben ist die bereits mit ICO-Beginn verfügbare App. Händler werden jedoch bezahlte Kampagnen erst in zwölf Monaten starten können. Ob bis dahin die Nachfrage nach den WYS-Token stark zeigen wird, ist zumindest anzuzweifeln. 

Darüber hinaus verläuft der ICO bisher schleppend. Das Ziel von 12k Ether ist noch weit entfernt.

Langfristig existiert aus Investorensicht im Tokenmodell keine Anreizfunktion für das Halten der Tokens. Die Nutzer der Plattform würden aus spieltheoretischer Betrachtungsweise die Tokens nur zum Zeitpunkt der direkten Verwendung kaufen und danach möglichst schnell wieder gegen eine andere Währung tauschen.

Wer dennoch von der wysker App und deren Token überzeugt ist und eine Teilnahme am ICO plant, dem möchten wir empfehlen, die Struktur des Token-Sales und die Terms and Conditions nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen.

In unseren Augen können auch ein gutes Team und ein funktionsfähiges Produkt nicht über die dort entstandenen Fragwürdigkeiten hinwegtäuschen.

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Disclaimer: CryptoGo hat den Anspruch, über neue ICOs transparent und unabhängig zu berichten und zu bewerten. Dabei werden die Reports nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Allerdings stellen die auf dieser Seite wiedergegebenen Reports und Bewertungen lediglich unsere Meinung dar und sollen auf keinen Fall Investitionsempfehlungen aussprechen. Jeder Investor sollte sich ausgiebig mit den vorgestellten ICOs beschäftigen und diese nach eigenen Maßstäben analysieren und bewerten. 

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