6.6
Score

Produkt
8,4
Business Model
6
Team
5,6
Token Sale
5,4
Technologie
7,4

Final Verdict

Website: Zen Protocol
Technical Paper: Paper
Infographic: Info
Twitter: Zen_Protocol
Symbol: ZEN
Token Supply ICO: 20 Millionen
Maximum Token Supply: 100 Millionen
Hardcap: 8000 Bitcoin
Pre-Sale Boni: 10 – 20%
Whitelisting: Nein
ICO Datum: 30.11.2017

Update vom 6. November 2017:
Das Team von Zen Protocol hat nun den ICO für den 30. November 2017 angekündigt. Weitere Informationen findest Du im offiziellen Blogpost des Teams.

Detailliere Informationen zum Konzept hinter ZEN findest du im CryptoGo ICO-Review vom 23. Oktober:

Hinter „Zen Protocol“ steckt eine eigenständige, dezentrale Blockchain, die durchaus als Antwort der Kryptowelt auf die jüngsten Einschüchterungsversuche renommierter Wall Street-Banker verstanden werden kann. Denn in Zukunft sollen Aktien, Optionen, ETFs, CFDs und alle anderen bekannten Finanzprodukte durch Smart Contracts auch mit Hilfe von Kryptowährungen von Usern selbst erstellt und auf der Zen Plattform gehandelt werden können.
Wer sich hierbei unfreiwillig an undurchsichtige Produkte und windige Konstruktionen der Finanzkrise erinnert fühlt, kann, laut Zen-Team, aufatmen. Liegt doch eine der vielen Innovationen der Software vor allem in der Möglichkeit, offizielle Angaben wie Risiko oder Ertrag sofort durch das Protokoll validieren zu können und so die Tür für Betrügereien zu schließen. Auch in vielen anderen Bereichen betritt Zen Protocol mit ihren Innovationen Neuland und könnte somit langfristig für Furore sorgen.

Problem

Die Eintrittshürde für den Handel mit komplizierten Finanzprodukten ist aufgrund behördlicher  Regulierungen häufig sehr hoch. Sie zu überwinden ist ein oft langatmiger und kostenintensiver Prozess. Wer dazu bisher einfachere Alternativen suchte, der musste im Gegenzug undurchsichtigeren und unseriöseren Anbietern sein Vertrauen schenken. Einige Unternehmen der Blockchain-Szene haben sich bereits das Schließen dieser Diskrepanz auf die Fahnen geschrieben. Vor allem auf Basis der Ethereum-Plattform werden zurzeit einige potentielle Lösungen mit Hilfe der Smart Contracts implementiert. Auch das Team um Zen Protocol möchte mit ihrem Produkt eine Brücke zwischen der einfachen Benutzung von Finanzprodukten und gleichzeitig maximaler Transparenz und Seriosität bauen.

Lösung

Auf dem Weg zu dieser Lösung bricht das Team mit vielen Paradigmen bisheriger ICOs.
Um die Eintrittshürde für neue Nutzer so gering wie möglich zu halten, wird auf die exklusive Nutzung des Zen Coins verzichtet. Dieser wird nur zur initialen Aktivierung eines Smart Contracts benötigt. Jede andere Transaktion kann von jedem Nutzer auch mit Bitcoin bezahlt werden.

Ein weiterer Unterschied zu etablierten Produkten besteht in der Smart Contract-Entwicklung mit Hilfe der formalen Programmiersprache F*. Diese macht es möglich, dass Ablauf, Ausgang und die damit verbunden Kosten (Rechenschritte) bereits vor der eigentlichen Ausführung bestimmt werden können. Diese Eigenschaft löst zum einen das bereits angesprochene Problem der Transparenz, denn öffentliche Angaben wie Risiko oder Ertrag eines Finanzproduktes können direkt durch das Protokoll validiert werden. Zum anderen ermöglicht diese Eigenschaft eine Netzwerk-Effizienz, von der andere Projekte nur zu träumen wagen. Während beispielsweise Ethereum durch die Verwendung von Gas(limits) versucht, die Rechenschritte eines Smart Contracts zu limitieren, so weiß man durch die formale Validierung bereits vor der Ausführung des Zen Smart Contracts, wie viele Rechenschritte benötigt werden. So werden keine Ressourcen unnötig verschwendet.

Einen weiteren radikalen Dogmenwechsel stellt die Abwicklung der Transaktionen auf der Zen Blockchain dar.
Bei einem Großteil aller in der Realität abgeschlossenen Verträgen kommt es während der Vertragsdauer zu keinen Komplikationen. Selbst bei Konflikten landet nur ein sehr geringer Prozentsatz vor Gericht. Dieses Konzept hat sich das Team zu eigen gemacht.
Smart Contracts auf der Zen Plattform können zunächst außerhalb der Blockchain („off-chain“) ausgehandelt werden. Dies umfasst auch die Verständigung auf ein oder mehrere Oracles („Gerichte“), welche im Streitfall „on-chain“ eine Entscheidung treffen werden. Tritt dieser Fall ein, so reicht die Aktivierung des Vertrages durch eine Partei, um die Entscheidung herbeizuführen.
Dabei ist eine weitere große Innovation die Verwendung des „pay-per-Block“-Verfahrens, in dem sich die Gebühr nach der „on-chain“-Lebensdauer des Vertrages richtet. Ist diese abgelaufen, so wird nur noch der Hash des Smart Contracts auf der Blockchain gespeichert, der eigentliche Vertrag aber deaktiviert. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Blockchains geht die erbrachte Aktivierungsgebühr nicht an den ersten Miner, der die Transaktion bzw. den Smart Contract in einen Block verpackt, sondern wird über die Lebensdauer des Vertrags anteilig an die Miner der jeweiligen weiteren Blöcke aufgeteilt.

Team

Neben den spärlichen Informationen auf der Webseite gibt es so gut wie keine relevanten Informationen über das Team hinter Zen Protocol. Auch auf mehrmalige Nachfrage wurde das Team von CryptoGo auf den Launch der neuen Webseite vertröstet. Die Angaben in Zuge eines AMA (“Ask me anything”) im offiziellen Telegram-Channel konnten wir bisher nicht verifizieren. Zusammenfassend kann man sagen, dass eine wirklicher Backgroundcheck des Teams zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich ist. Insgesamt war es leider nicht möglich, neben technischen Informationen viele, sonst standardmäßig verfügbare Informationen, zu verifizieren. Dies ist ein großer Minuspunkt für alle potentiellen Investoren.

Update 18.11.2017: Nach Veröffentlichung des Reviews erhielt CryptoGo von Zen zusätzliche Hintergrundinformationen über das Team. Diese Informationen belegen zwar generelle Erfahrung im technischen Start-Up Bereich, allerdings nur geringe Blockchain-Erfahrung im Business-Bereich. Dennoch reichen uns diese Informationen um das Team von 4,4 auf 5,6 zu hochzustufen. Dennoch bleibt es weiterhin fraglich, warum relevante Team-Informationen nicht von Anfang an für die Öffentlichkeit zugänglich waren.

Token

Wie bereits erwähnt, geht Zen Protocol bei der Verwendung des ZEN Tokens völlig branchenuntypisch neue Wege. Lediglich für die Bezahlung der Miner und die Aktivierung der Smart Contracts wird der eigene ZEN Token verwendet. Die Höhe dieser Aktivierungsgebühr richtet sich nach der Komplexität des Smart Contracts und der geplanten Lebensdauer auf der Blockchain. Andere Transaktionen, zum Beispiel mit bereits aktivierten Smart Contracts, können auch mit Bitcoin, auch anderen Zen-Kryptowährungen durchgeführt werden.

User, welche ZEN Token über einen Zeitraum von mehr als 1000 Blocks besitzen, können zudem regelmäßig an einer Abstimmung über das Verhältnis der zu verwendenden Mining Algorithmen teilnehmen.

Erlösmodell

Im Gespräch mit dem CryptoGo-Team bestätigte das Zen Protocol Team, dass sie keinen Cut oder sonstige Gebühren nach dem Launch der Platform erheben werden. Das Team spekuliert damit auf eine Wertsteigerung des Coins, sollte sich die Plattform durchsetzen.

Use-Cases

Neben der bereits am Anfang angesprochenen Vielfalt von Finanzprodukten sieht das Zen-Team auch die Möglichkeit, Tokensales anderer Unternehmen auf der Plattform zu realisieren. In ferner Zukunft könnte das Zen Protocol in Verbindung mit dem Bitcoin Lightning Network auch als Basis für off-chain Exchanges dienen.

Status Quo & Roadmap

Ungewöhnlich sind nicht nur die Fülle an technischen Innovationen, die das Zen Team implementieren möchte. Ungewöhnlich für die ICO-Welt ist auch, dass bereits deutlich vor dem geplanten ICO ein umfangreiches MVP („Minimal Viable Product“) getestet werden kann. Leider gibt es zu diesem Zeitpunkt keine offiziellen Informationen über eine Roadmap der nächsten Monate und Jahre. Dies ist aber etwa einen Monat vor dem ICO nichts Ungewöhnliches und sollte vor allem in Anbetracht der sonstigen technischen Ausarbeitung nicht zu negativ ins Gewicht fallen.

Update 18.11: Mittlerweile wurde auf der Zen Homepage die Roadmap veröffentlicht:

Testnet

Implementation of:

  • Decentralized multi token UTXO blockchain
  • Smart contracts with:
    • Formal verification
    • Computational Boundaries
    • Compiled execution
  • Active Contract Set
  • GTK GUI and contract editor
  • Headless client with a terminal user interface
  • Contract explorer
  • Template contract generator
  • Oracle system
  • Electron Crowdsale wallet
  • Token Sale

Release Candidate
We will take our current testnet and enhance its robustness:

  • Refactoring Refactoring
  • Bitcoin Integration
  • Improve the UX/UI experience:
    • Insert the demo site to the wallet
    • Create a domain name system and a customized distributed hash table to assist in the network

Gensis Block

  • Multi hash mining
    • Voting system
    • Non outsourceable proofs + smart contrac to assist miner variance.
    • Difficulty discounts?
  • Robust APIs and SDKs
  • Project documentation
  • Work with implementing the use cases of our strategic partners

Ecosystem Building

  • Implementation of multiple use cases and a high speed decentralized exchange
  • Market research
  • Hardware wallet integration
  • Wallet overhaul:
    • We want a multi seed cross platform experience
    • The basis is a USB-C open dime style hardware wallet which can be inserted to a phone or computer
    • Mobile wallets
    • Cross platform native clients
    • Web wallet
  • Additional template contracts
  • Build a community of open source developers

 ICO Struktur

Im Unterschied zu Initial Coin Offerings der letzten Zeit werden bei ZEN mit dem ICO nicht alle verfügbaren Coins generiert. Wie auch bei Bitcoin werden durch den Miningprozess über die nächsten Jahre weitere Coins in Umlauf gebracht.

Die Struktur des Sales ist nach unserer Meinung einer der Besseren der letzten Zeit. 60% der Coins gehen an die Community, wohingegen das Team 32,5% der Coins erhält. Das hört sich zunächst einmal nach einem großen Stück des Kuchens für das Team an, allerdings partizipiert Zen in der Zukunft weder an Gebühren noch an Erlösen aus dem Miningprozess.

  • Tokensale
  • Zen Protocol Ltd.
  • Zukünftige Ausschüttungen
Natürlich birgt dieses Model auch theoretische Risiken. Man könnte nun argumentieren, dass das Team nach dem ICO keinen weiteren Anreiz mehr an der Entwicklung der Platform hat. Außer an der Wertsteigerung des Coins hat der Erfolg der Plattform keine Auswirkung auf das eigene Bankkonto.
Hier sei allerdings nochmals hervorgehoben, dass das CryptoGo-Team in der letzten Zeit kaum ein fundierteres Konzept finden konnte. Auch die analysierten, detaillierten technischen Ausarbeitungen des Teams suchen ihresgleichen. Daher fällt es uns leicht zu glauben, dass das Team an einer ernsthaften Umsetzung der Platform interessiert ist.

Update 18.11: Aufgrund des stark angestiegenen Bitcoin-Preises wird der Token-Sale an US-Dollar geknüpft sein. Dazu wird zu einem Stichtag der aktuelle Bitcoin-Preis in US-Dollar festgehalten. Für jede 2,75 US-Dollar bekommt der Investor 1 ZEN-Token.